Lebensfäden - Mit Marionetten die Welt verändern
- Ansprechpartner:in: Dorothee van den Borre
- Organisation: Ev. Kirchengemeinde Wuppertal
- Themen: Bildung, Integration und Diskriminierung, Soziales
- Zielgruppen: Kinder und Jugendliche, Menschen mit Migrationshintergrund, Frauen
- Ort: Wuppertal
Eine Teilnehmerin bringt es auf den Punkt: „Wir haben mit unseren Händen Puppen gebaut – aber eigentlich haben wir an uns selbst gearbeitet. Lebensfäden hat uns Mut gemacht, unsere Geschichten zu zeigen und gehört zu werden!“
Lebensfäden – Mut zur Begegnung und zum interkulturellen Dialog Die Evangelische Kirchengemeinde Heckinghausen setzt mit dem Projekt *Lebensfäden* ein starkes Zeichen für Vielfalt, Teilhabe und Verständigung. In einem sechsmonatigen Prozess haben 30 geflüchtete Frauen und ihre Mütter im Begegnungszentrum „Krawatte“ unter Anleitung des Marionettenbauers Markus Heip ihre eigenen Puppen gestaltet – jede ein Ausdruck von Identität, Verlust, Hoffnung und Neuanfang. Doch das Projekt geht weit über das Künstlerische hinaus: Lebensfäden ist ein mutiger Raum für interkulturelle und interreligiöse Begegnung. Frauen, die oft durch Flucht, Ausgrenzung und Sprachbarrieren unsichtbar bleiben, gewinnen durch die Marionetten eine Stimme. In öffentlichen Aufführungen erzählen sie ihre Geschichten – nicht direkt, sondern durch ihre Figuren, deren Kleidung, Haltung und Inszenierung ihre Erfahrungen und Sehnsüchte ausdrücken. So entstehen berührende Erzählräume, die Brücken zwischen Menschen und Kulturen schlagen. Der Mut zeigt sich auf vielen Ebenen: Mut zur Offenheit gegenüber anderen Kulturen und Religionen. Mut zur Trauer über verlorene Heimat. Mut zur Verantwortung, das eigene Leben in die Hand zu nehmen. Und Mut, sich mit dem Publikum auf Augenhöhe zu verbinden. Die künstlerische Arbeit gibt Kraft, verbindet Lebenswelten und schafft neue Perspektiven – für die Beteiligten ebenso wie für die Zuschauer\:innen. Gerade in einem Stadtteil wie Heckinghausen, der von kultureller Vielfalt, Migrationserfahrung und sozialen Herausforderungen geprägt ist, wirkt *Lebensfäden* als lebendiges Beispiel für gelingende Integration im Quartier. So stärkt das Projekt Selbstwirksamkeit und baut Vorurteile ab.